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Darmflora nach Antibiotika aufbauen mit Gemüse

Darmflora aufbauen nach Antibiotika

Die Darmflora aufbauen nach Antibiotika mit Probiotika ist meist unabdingbar. Doch auch im Alltag können wir mit Präbiotika unsere Darmflora stärken. In diesem Artikel erfährst du warum Antibiotika die Darmflora angreifen, die Rolle von  Pro- und Präbiotika  und wie du auf natürliche Art und Weise deine Darmflora (wieder) aufbauen kannst. 

Geschätzte Lesezeit: 5 minutes

Aufbau der Darmflora

Als Darmflora wird die Gesamtheit aller im Darm lebenden Bakterien bezeichnet. Sie werden auch als Mikrobiom des Darmes bezeichnet. Das Mikrobiom umfasst per Definition alle Mikroorganismen, die unseren Körper besiedeln, also auch die auf unserer Haut, in unseren Organen und im Urogenitaltrakt. 

Die Mikroorganismen in unserem Darm setzen sich überwiegend aus Bakterien, Viren und Hefepilzen zusammen. Es sind ca.1000 verschiedene Mikroorganismen bekannt, wovon jeder Mensch etwa 160 verschiedene Arten von Mikroorganismen beherbergt. Insgesamt tummeln sich über 10 Billionen Mikroorganismen in unserem Darm.

Die Zusammensetzung der Darmflora ist individuell unterschiedlich

Die Zusammensetzung unseres Darmmikrobioms ist individuell unterschiedlich und wird uns bei unserer Geburt von unserer Mutter mitgegeben. Bei einer normalen Geburt durch den Geburtskanal, überträgt uns unsere Mutter ihre Vaginalbakterien (hoher Anteil an Milchsäure- und Bifidobakterien), die anschließend den Körper und auch Darm besiedeln. Kommt ein Kind mit Kaiserschnitt zur Welt, ähneln die Darmbakterien mehr der Zusammensetzung der Hautbakterien der Mutter. Stillen wirkt sich positiv auf die Darmflora aus, da Muttermilch viele Bifidobakterien enthält.

Drei verschiedene Darmflora-Typen 

2011 haben Forscher des Europäischen Laboratoriums für Molekularbiologie in Heidelberg weltweit hunderte von Stuhlproben untersucht und stellten fest, dass sich Menschen anhand ihrer Darmbakterien in drei verschiedenen Darmtypen zuordnen lassen können. 

In jeder der drei Darmflora-Typen (Enterotyp) ist ein bestimmter Bakterienstamm dominant:

Bacteroides, Prevotella oder Ruminococcus. Der Enterotyp eines Menschen beeinflusst die Verdauung und Verwertung von Nährstoffen und die Vitaminproduktion. Welche Faktoren den Darmtyp bestimmen ist noch unklar. Fest steht, dass weder geografische Herkunft, Geschlecht, Alter oder der Gesundheitszustand Einfluss auf den Enterotyp haben.

EnterotypenFunktion
Enterotyp 1:
Bacteroides
Dieser Enterotyp kommt häufiger bei Menschen vor, die sich protein- und fettreich ernähren. So zum Beispiel bei Menschen, die regelmäßig Fleisch essen.
Baut Kohlenhydrate sowie Eiweiße abProduziert Vitamin B2, B5, B7, Vitamin C
Enterotyp 2:
Prevotella
Der Prevotella Enterotyp kommt häufiger bei Menschen vor, die sich überwiegend kohlenhydratlasting ernähren, wie zum Beispiel Vegetarier und Veganer.
Baut Zucker-Protein-Komplexe abProduziert Vitamin B1 und Folsäure
Enterotyp 3:
Ruminococcus
Ruminococcus Bakterien, die bei Enterotyp 3 dominieren haben 70% aller Menschen. Enterotyp 3 ist damit der am meisten vorkommenden Enterotyp.
Baut Zucker-Protein-Komplexe und Kohlenhydrate ab

Die Wirkung von Antibiotika auf die Darmflora

1945 kam Penicillin als erstes Antibiotikum auf den Markt und war ein Meilenstein in der Medizingeschichte. Viele bakterielle Infektionen konnten dadurch eingedämmt und Menschenleben gerettet werden. Die Wirkungsweise von Antibiotika hemmt entweder die Vermehrung von Bakterien oder tötet sie ab.

Antibiotika können unsere Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen, da sie nicht nur die Krankheitserreger, also die “schlechten Bakterien” abtöten, sondern auch die Guten. Wenn die guten Darmbakterien gehemmt werden oder abgetötet werden, kann das zu Durchfall führen. 

Bei der längeren Einnahme von Antibiotika kann es dauerhaft zu Durchfällen und in Folge zu Entzündungen im Darm kommen. 20% der schweren Durchfälle, die mit Antibiotika in Verbindung gebracht werden, entstehen durch Clostridien. Clostridien sind Bakterien, die bei den meisten von uns in Darm leben und ungefährlich sind. Wenn in Folge einer Antibiotika-Therapie die guten Darmbakterien absterben, sind die antibiotikaresistenten Clostridien in der Überzahl und treiben ihr Unwesen.

Darmflora aufbauen nach Antibiotika

Die guten Darmbakterien in der Darmflora kann man am besten über die Ernährung stärken. Gerade nach einer Antibiotika-Therapie wird oft empfohlen die Darmflora mit der Einnahmen von Probiotika wieder aufzubauen. Probiotika sind Medikamente, die bestimmte Bakterienspezies, das heißt lebende Mikroorganismen beinhalten. Es gibt verschiedene Probiotika, daher sollten sie nur in Absprache mit einem Arzt eingenommen werden. 

Darmflora aufbauen: Zusammenspiel zwischen Probiotika und Präbiotika

Präbiotika gehören zu den Ballaststoffen und sind unverdauliche Pflanzenfasern, die im Dünndarm nicht verdaut werden können und intakt in den Dickdarm gelangen. Dort dienen sie den probiotischen Bakterien als Nahrung und regen deren Vermehrung an. Zu den Präbiotika zählen sogenannte Oligosaccharide und Inulin. 

Mit Präbiotika die Darmflora aufbauen

Die Wahl des passenden Probiotikums sollten also nur vom Arzt vorgenommen werden, jedoch können wir über unsere Nahrung präbiotische Bakterien aufnehmen und unsere Darmflora so nachhaltig stärken. Auch nach einer Darmsanierung ist es sinnvoll mehr präbiotische Lebensmittel zu sich zu nehmen.

Präbiotika wie Inulin werden heutzutage vielen industriell verarbeiteten Lebensmitteln zugesetzt, um sie ballaststoffreicher und damit “gesünder” zu machen. Logischerweise ist es gesünder Ballaststoffe zu essen, die natürlich in Lebensmitteln vorkommen, als die aus Fertigprodukten. Diese enthalten meist noch weiter Zusatz- und Konservierungsstoffe.

Die empfohlene Menge an Präbiotika pro Tag sind 5 Gramm. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt bis zu 30 Gramm an Ballaststoffen pro Tag. Es kommt hier wie bei allem auf die Balance an, denn ein Zuviel an Präbiotika, bzw. Ballaststoffen kann zu Verstopfungen und Verdauungsbeschwerden führen. 

Präbiotische Lebensmittel in den Ernährungsplan einbauen

Fruktane, ein Oligosaccharid, stimuliert das Wachstum von Bifidobakterien im Darm. Es wurde in Studien nachgewiesen, dass 3 Gramm Fruktane zum Frühstück zudem die Absorbtion von Calcium erhöht. Fruktane finden sich in Lebensmitteln wie Topinambur (Jerusalem-Artischocke), Knoblauch, Artischocken, Zwiebeln, Weizen und Bananen.

Auch Löwenzahn und Chicorée enthalten Präbiotika (Inuline).

Wichtig: Beim Kochen verlieren Präbiotika die unverdaulichen Fasern und somit ihre präbiotischen Eigenschaften! Wenn die Zeit es erlaubt ist Dampfgaren von Gemüse eine Alternative, bei der nicht so viele präbiotische Eigenschaften verloren gehen. Wenn du Rohkost gut verträgst, kannst du auch einfach mehr Obst und rohes präbiotisch wirkendes Gemüse in deinen Ernährungsplan einbauen.

Hilfe bei der Verdauung von präbiotischen Lebensmitteln

Solltest du Schwierigkeiten haben, das Gemüse zu verdauen, kannst du unser Enzym Komplex probieren. Denn die Enzyme in dem Produkt unterstützen deinen Körper, Nahrungsbestandteile aufzuspalten und die enthaltenen Nährstoffe besser aufzunehmen. Bei länger anhaltenden Verdauungsproblemen sollte die umbedingt ein Arzt untersuchen und prüfen, was genau das Problem sein könnte.